Was ist DSIP? Umfassender wissenschaftlicher Überblick

Frontiers in Pharmacology

Autoren: Dr. Helena Schneider, Dr. Viktor Morozov, Dr. James Whitfield

DSIP
delta sleep
sleep peptide
neuropeptide
slow-wave sleep
neuroprotection
research overview
Zusammenfassung

Eine gründliche Überprüfung des Delta-Sleep-Inducing Peptide (DSIP), die seine Entdeckung im Jahr 1974, die Nonapeptidstruktur, die vielschichtigen Wirkmechanismen, die klinische Forschung zur Schlafförderung und Stressadaptation sowie den aktuellen Regulierungsstatus abdeckt.

Delta-Sleep-Inducing Peptide, allgemein als DSIP abgekürzt, ist ein natürlich vorkommendes Nonapeptid, das 1974 erstmals von der Schoenenberger-Monnier-Forschungsgruppe aus dem zerebralen Venenblut von Kaninchen während eines induzierten Schlafzustands isoliert wurde. Die Entdeckung stellte einen bedeutenden Meilenstein in der Schlafwissenschaft dar, da es einer der ersten identifizierten humoralen Faktoren war, von denen man annahm, dass sie Schlafübergänge und -architektur direkt regulieren. Die Molekularstruktur von DSIP besteht aus neun Aminosäuren in der Sequenz Trp-Ala-Gly-Gly-Asp-Ala-Ser-Gly-Glu (WAGGDASGE) mit einem Molekulargewicht von ungefähr 848 bis 850 Dalton. Das Peptid besitzt amphiphile Eigenschaften, was bedeutet, dass es sowohl hydrophile als auch lipophile Eigenschaften enthält, was Wechselwirkungen mit wässrigen neuronalen Umgebungen sowie lipidreichen Zellmembranen erleichtert. DSIP wurde in freier und gebundener Form im gesamten Körper nachgewiesen. Es ist im Hypothalamus, limbischen System und der Hypophyse sowie in verschiedenen peripheren Organen, Geweben und Körperflüssigkeiten vorhanden. In der Hypophyse co-lokalisiert DSIP mit zahlreichen peptidischen und nicht-peptidischen Mediatoren, darunter ACTH, Melanozyten-stimulierendes Hormon, Thyreoidea-stimulierendes Hormon und melaninkonzentrierendes Hormon. Einer der faszinierendsten Aspekte der DSIP-Biologie ist, dass kein endogenes Gen, das dieses Peptid kodiert, bei Kaninchen oder anderen Säugetierarten identifiziert wurde. Der Wirkmechanismus von DSIP ist vielschichtig und nicht vollständig aufgeklärt. Forschungen haben gezeigt, dass DSIP GABA-aktivierte Ströme in Hippocampus- und Kleinhirnneuronen potenziert, während es die NMDA-aktivierte Potenzierung in kortikalen und Hippocampusneuronen blockiert. Die endokrinen Wirkungen von DSIP gehören zu seinen am umfassendsten dokumentierten Eigenschaften. DSIP senkt basale Corticotropin-Spiegel und blockiert dessen Freisetzung. Eine Studie aus dem Jahr 1984 mit etwa 100 stationären Patienten mit Entzugssymptomen zeigte, dass klinische Entzugssymptome bei 97 Prozent der Patienten mit Alkoholabhängigkeit und 87 Prozent jener mit Opiatabhängigkeit verschwanden oder sich merklich verbesserten. Stand 2024 bleibt DSIP auf der Liste der eingeschränkten Arzneimittel der Kategorie 2 der FDA, und kommerziell erhältliches DSIP wird als Forschungsmaterial klassifiziert, das nur für den Laboreinsatz geeignet ist.

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