Zusammenfassung
Ein praktischer Leitfaden für die Semax-Forschung, der intranasale Verabreichungsprotokolle, Dosierungsbereiche aus der klinischen Literatur, Vorbereitungsmethoden, Zyklusstrategien, Lageranforderungen und Sicherheitsaspekte abdeckt.
Semax ist in Russland kommerziell als intranasale Lösung in zwei Konzentrationen erhältlich: 0,1 Prozent (1 mg pro ml) für kognitive Verbesserung und nootropischen Einsatz und 1 Prozent (10 mg pro ml) für akute neurologische Erkrankungen wie ischämischen Schlaganfall. Für Forschungszwecke außerhalb Russlands ist Semax als lyophilisiertes Pulver erhältlich, das vor der intranasalen Verabreichung rekonstituiert werden muss.
Die Rekonstitution von lyophilisiertem Semax für den intranasalen Einsatz erfordert bakteriostatisches Wasser oder sterile Kochsalzlösung. Für ein 10-mg-Fläschchen ergibt die Zugabe von 1,0 ml bakteriostatischem Wasser eine Konzentration von 10 mg pro ml (das Äquivalent der 1-Prozent-Klinikalformulierung).
Die intranasale Verabreichungstechnik beeinflusst die Bioverfügbarkeit und Reproduzierbarkeit erheblich. Vor der Verabreichung die Nase sanft putzen, um die Nasengänge zu reinigen. Den Kopf leicht nach vorne neigen statt nach hinten — diese kontraintuitive Position fördert tatsächlich einen besseren Kontakt mit der Nasenschleimhaut. Das Sprühgerät oder den Tropfer gerade in das Nasenloch einführen, auf die seitliche Wand ausrichtend, um den stark vaskularisierten Nasenmuschel-Bereich anzuvisieren.
Dosierungsprotokolle aus der klinischen Forschung umfassen ein erhebliches Spektrum je nach Indikation. Für kognitive Verbesserung und nootropischen Einsatz verwendet das standardrussische klinische Protokoll 200 bis 600 Mikrogramm pro Tag, aufgeteilt auf zwei bis drei intranasale Verabreichungen. Für mäßige kognitive Beeinträchtigungen wurden in klinischen Studien Dosen von 600 bis 1200 Mikrogramm pro Tag eingesetzt. Für akuten ischämischen Schlaganfall verwendeten klinische Studien 6 mg zweimal täglich (12 mg gesamt pro Tag) intranasal während der akuten Phase.
Cycling wird empfohlen, um die Wirksamkeit aufrechtzuerhalten. Der standardmäßige Cycling-Ansatz umfasst 10 bis 14 Tage aktive Verabreichung, gefolgt von gleich langen oder längeren Ruhephasen.
Die Lagerung von Semax erfordert Aufmerksamkeit für Temperatur- und Lichtempfindlichkeit. Lyophilisiertes Semax sollte bei minus 20 Grad Celsius in versiegelten Fläschchen geschützt vor Licht gelagert werden. Die rekonstituierte intranasale Lösung sollte bei 2-8 Grad Celsius gekühlt aufbewahrt und innerhalb von 2 bis 4 Wochen verwendet werden.
Semax hat eine umfangreiche Sicherheitsgeschichte aus über zwei Jahrzehnten klinischer Anwendung in Russland. Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen umfassen leichte Nasenschleimhautreizung oder -trockenheit bei längerem intranasalem Einsatz, vorübergehende Kopfschmerzen, leichten Schwindel und gelegentliche Ruhelosigkeit oder Reizbarkeit, insbesondere bei höheren Dosen.
