Zusammenfassung
Eine vergleichende Analyse von Follistatin gegenüber IGF-1-Weg-Peptiden einschließlich IGF-1 LR3, MGF und PEG-MGF, die ihre unterschiedlichen Mechanismen der Muskelwachstumsförderung und potenzielle komplementäre Wirkungen untersucht.
Follistatin nimmt eine einzigartige Position unter den muskelaufbauenden Forschungspeptiden ein, da es durch einen völlig anderen Mechanismus wirkt als die Verbindungen des Insulin-ähnlichen Wachstumsfaktor-Wegs. Während IGF-1 LR3, MGF und PEG-MGF durch Verbesserung der anabolen Signalisierung durch den IGF-1-Rezeptor funktionieren, arbeitet Follistatin stromaufwärts, indem es die hemmende Bremse entfernt, die Myostatin auf das Muskelwachstum ausübt.
Der Mechanismus von Follistatin, Myostatin durch den TGF-beta-Superfamilien-Weg zu binden und zu neutralisieren, unterscheidet sich grundlegend von der direkten IGF-1-Rezeptoraktivierung durch IGF-1 LR3. Praktisch gesehen ermöglicht Follistatin Muskelwachstum durch Entfernung eines negativen Regulators, während IGF-1 LR3 aktiv Wachstum durch ein positives Signal antreibt. Diese mechanistische Unabhängigkeit hat Forscher dazu geführt, zu hypothetisieren, dass die Kombination von Myostatin-Inhibition mit IGF-1-Weg-Stimulation additive oder synergistische Wirkungen auf die Muskelmasse erzeugen könnte.
Beim spezifischen Vergleich von Follistatin mit IGF-1 LR3 ergeben sich mehrere wichtige Unterschiede. IGF-1 LR3 ist ein synthetisches 83-Aminosäure-Peptidanalogon mit einer gut charakterisierten Halbwertszeit von 20 bis 30 Stunden, was direkte subkutane Dosierungsprotokolle ermöglicht. Follistatin hingegen ist ein viel größeres Glykoprotein, das signifikante Stabilitäts- und Lieferprobleme aufwirft, wenn es als rekombinantes Protein verwendet wird. Deshalb hat sich Follistatin-Forschung überwiegend zur Gentherapie-Lieferung mit adeno-assoziierten Virusvektoren verlagert.
Der Vergleich zwischen Follistatin und MGF offenbart Unterschiede im Ausmaß und Mechanismus. MGF, als Splice-Variante von IGF-1 mit einem einzigartigen 24-Aminosäure-C-terminalen Peptid, wirkt als lokalisiertes Signal für die Satellitenzellaktivierung nach mechanischem Muskelschaden. Seine extrem kurze Halbwertszeit von nur Minuten begrenzt seine Wirkung auf die unmittelbare Injektionsstelle. Follistatin, ob als Protein oder durch Gentherapie geliefert, hat ausgedehntere und anhaltendere Wirkungen, weil Myostatin systemisch zirkuliert.
Eine kritische Unterscheidung zwischen Follistatin und allen drei IGF-1-Weg-Peptiden betrifft ihre Wirkungen auf das Muskelzellverhalten. IGF-1 LR3 treibt hauptsächlich Hypertrophie an. MGF und PEG-MGF sind besonders für die Aktivierung von Satellitenzellen und die Förderung von Hyperplasie bekannt. Die Myostatin-Inhibition von Follistatin produziert sowohl ausgeprägte Hypertrophie als auch Hyperplasie.



