Forschungsanwendungen
Adipositas
Die Phase-2-Studie zeigte einen Gewichtsverlust von bis zu 24,2 % nach 48 Wochen (höchste Dosis). Das Phase-3-Programm TRIUMPH läuft.
Typ-2-Diabetes
HbA1c-Senkungen von bis zu 2,0 %. Phase-3-Studien laufen.
MASH/NASH
Die glucagonvermittelte hepatische Fettreduktion macht Retatrutide vielversprechend für NASH. Frühe Daten zeigen eine signifikante Reduktion des Leberfettgehalts.
Obstruktive Schlafapnoe
Wird auf der Grundlage der Wirksamkeit beim Gewichtsverlust und potenzieller direkter metabolischer Effekte untersucht.
Wirkmechanismus
Dreifacher Inkretinrezeptoragonismus
Retatrutide aktiviert drei komplementäre Stoffwechselhormonrezeptoren: GLP-1R (Appetitunterdrückung, Insulinsekretion), GIPR (metabolische Verbesserung, Fettgewebefunktion) und GCGR (Glucagonrezeptor — erhöhter Energieverbrauch, hepatische Fettoxidation, Thermogenese). Die Glucagonkomponente ist der Schlüsselunterschied zu Tirzepatid.
Glucagonvermittelter Energieverbrauch
Die Glucagonrezeptoraktivierung in der Leber treibt Glykogenolyse, Gluconeogenese, Aminosäurekatabolismus und hepatische Thermogenese an. Sie erhöht den Energieverbrauch um 10-15 % durch verstärkte Fettsäureoxidation und Ketogenese — und wirkt damit der metabolischen Adaptation (reduzierter Energieverbrauch) entgegen, die typischerweise die Nachhaltigkeit des Gewichtsverlusts begrenzt.
Biologische Signalwege
GLP-1R/cAMP für Appetit und Insulin. GIPR/cAMP für die Fettgewebefunktion. GCGR/cAMP/PKA/CREB für die hepatische Fettoxidation und den Energieverbrauch. FGF21-Hochregulation über die Glucagonsignalgebung. AMPK-Aktivierung in Leber und braunem Fettgewebe.
Dosierungsinformationen
Berechnungsergebnisse
Spritzenfüllstand (100u Spritze)
Protokolle
Noch keine Protokolle mit diesem Peptid verfügbar.
Alle Protokolle durchsuchenStabilität & Lagerung
Retatrutide befindet sich in der klinischen Entwicklung als einmal wöchentliche subkutane Injektion. Als Erprobungssubstanz sind kommerzielle Stabilitätsdaten noch nicht öffentlich. Die C20-Fettsäurekette ermöglicht die Albuminbindung und einmal wöchentliche Dosierung durch eine verlängerte Halbwertszeit.
Nebenwirkungen & Vorsichtsmaßnahmen
Gastrointestinale Effekte (Übelkeit 16-25 %, Diarrhö 16-22 %, Erbrechen 8-13 %) sind am häufigsten und werden durch langsame Dosistitration gemildert. Verminderter Appetit. Transitorische Herzfrequenzerhöhung. Da die Glucagonkomponente theoretisch dem blutzuckersenkenden Effekt des Insulins entgegenwirkt, wird eine Hyperglykämie überwacht, die jedoch durch die GLP-1/GIP-Komponenten ausgeglichen wird. Das vollständige Sicherheitsprofil steht bis zu den Phase-3-Daten aus.
Nur für Forschungszwecke. Diese Informationen dienen ausschließlich Bildungs- und Forschungszwecken. Nicht als medizinischer Rat oder zur Selbstmedikation bestimmt.
Regulatorischer Status
Erprobungsphase — laufende klinische Phase-3-Studien (TRIUMPH-Programm). Noch nicht von der FDA zugelassen. Erwartete Zulassungsanträge hängen von den Phase-3-Ergebnissen ab. Von der WADA unter S2 verboten.
Forschungsstudien
Retatrutide Phase 2 Trial for Obesity
Jastreboff AM, Kaplan LM, Frías JP, et al.
Retatrutide Phase 2 for Type 2 Diabetes
Rosenstock J, Frias JP, Jastreboff AM, et al.
Triple Agonism of GIP/GLP-1/Glucagon Receptors
Finan B, Yang B, Ottaway N, et al.
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